Wenn man lange gut funktioniert, aber innerlich leer ist:

Wie ein Burnout oft schleichend entsteht

Menschen, die von einem Burnout betroffen sind, haben oft über eine lange Zeit „gut funktioniert“. Sie zeigten sich zuverlässig, engagiert und verantwortungsbewusst - mit einem selbstbewussten Blick auf ihre eigene Leistungsfähigkeit.

Vielleicht kennen Sie selbst aber auch Gedanken wie:

  • „Das muss ich jetzt irgendwie durchstehen.“
  • „Andere verlassen sich auf mich.“
  • „Was macht das für einen Eindruck, wenn ich jetzt aufgebe?“
  • „Wie soll ich das heute alles schaffen?“
  • „Wer sieht eigentlich, was ich hier alles leiste?“
  • „Wofür mache ich das eigentlich noch?“

Irgendwann reichen Pause, Wochenende oder Urlaub nicht mehr aus, um sich ausreichend zu erholen. Stattdessen entstehen:

  • dauerhafte Erschöpfung
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
  • Gereiztheit gegenüber sich selbst, Kollegen, Familie und Freunden
  • Schlafprobleme
  • Grübeln und Zukunftsängste
  • das Gefühl, innerlich leer zu sein

und selbst vermeintlich keine Anforderungen erscheinen plötzlich als zu viel.

Burnout beginnt mit hoher Motivation und Leistungsfähigkeit

Burnout beschreibt keinen plötzlichen Zusammenbruch, sondern einen schleichenden Prozess, der oft bei Begeisterung und überdurchschnittlichem Engagement beginnt und über Verunsicherung und den Verlust der eigenen Motivation bis zu tiefer Verzweiflung, innerer Leere, Ängsten und körperlichen Beschwerden führt.

Burnout trübt den Blick für die eigenen Kräfte

Menschen mit einem Burnout nehmen ihre eigenen Bedürfnisse und persönlichen Grenzen nicht mehr wahr. Um das hohe Funktionsniveau zu halten, werden innere Stimmen, die Ruhe und Erholung einfordern, die vielleicht besorgt sind oder bestimmte Tätigkeiten schlicht nicht mehr für sinnvoll halten, ignoriert oder sogar ruhiggestellt. Gleichzeitig erscheint der Kontakt zu den eigenen Ressourcen, den inneren Kraftquellen, irgendwie „abgebrochen“. Wenn ich dann Klienten frage was sie sich wünschen und was sie gerade brauchen, fällt es ihnen schwer, eine Antwort für sich zu finden.

 

Die Menschen in meiner Praxis, die aufgrund von Erschöpfung oder daraus erwachsenen körperlichen Leiden über längere Zeit krankgeschrieben waren, berichten außerdem davon, durch die fehlende „Erprobung“ im Alltag das Gefühl für die eigenen Möglichkeiten und ihre  positive Leistungsfähigkeit verloren zu haben. Diese ganzen Ressourcen sind aber vorhanden! Deshalb trifft das Wort „Burnout“ nach meiner Erfahrung nur zum Teil zu, denn es vermittelt den Eindruck, dass etwas endgültig ausgebrannt ist. Tatsächlich kann aus der wahrgenommenen „Asche“, um in diesem Bild zu bleiben, mit etwas Geduld und Zuversicht viel Hilfreiches und Neues entstehen.

Wie ist ein Burnout definiert?

Ein Burnout wird allgemein als Folge einer chronischen Stressbelastung angesehen. Diese entsteht oft im beruflichen Kontext, aber auch Menschen, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder ein anspruchsvolles Ehrenamt ausüben, unterliegen einem höheren Risiko, sich zu überlasten. Das Burnout-Syndrom hat drei Dimensionen:

  • emotionale Erschöpfung,
  • eine zunehmende Distanzierung von der ausgeübten Tätigkeit, oft verbunden mit Zynismus und Abstumpfung,
  • ein persönlich empfundener Verlust der eigenen Leistungsfähigkeit und des Selbstvertrauens.

Wie merke ich, ob ich ein Burnout habe?

Haben Sie den Eindruck, sich dauerhaft zu überlasten? Dann beobachten Sie Ihre Gedanken, Ihre Gefühle und die Reaktionen Ihres Körpers im Arbeitsalltag. Ein Burnout wird oft empfunden, als habe sich „ein Schalter umgelegt“: Bisher als positiv und förderlich empfundene Herausforderungen verwandeln sich in ein belastendes Stressempfinden. Das zunächst gezeigte hohe Leistungsniveau kann nicht dauerhaft gehalten werden. Motivation und Freude an der Arbeit verkehren sich in Pessimismus, Verunsicherung und Gefühle der Hilflosigkeit.

Weitere mögliche Warnzeichen können sein:

  • Rückzug von anderen Menschen
  • körperliche Anspannung, innere Unruhe
  • Schlafprobleme oder ständige Müdigkeit trotz Schlaf
  • Gereiztheit und zunehmende Konflikte mit Kollegen, Familie, Freunden
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • emotionale Erschöpfung
  • Schwierigkeiten abzuschalten
  • innere Leere und das Gefühl, nur noch zu funktionieren
  • körperliche Beschwerden ohne klare Ursache (zum Beispiel Herzbeschwerden, Magen-Darm-Probleme, Rückenschmerzen, Atemnot)

Was sind mögliche Ursachen für ein Burnout?

Ein Burnout kann grundsätzlich jeden treffen. Untersuchungen zeigen, dass oft nicht die Arbeit selbst ein Burnout auslöst, sondern die Bedingungen, unter denen sie erledigt wird. Beispielsweise wenn erbrachte Leistungen nicht entsprechend gewürdigt werden. Wenn Bedürfnisse nach Wertschätzung, einem angemessenen Lohn, Arbeitssicherheit oder Entwicklungsmöglichkeiten nicht ausreichend erfüllt werden. Menschen in sozialen Berufen oder in Tätigkeiten, die mit viel Idealismus ausgeübt werden, sind besonders häufig betroffen.

 

Am Beginn steht die Begeisterung für ein Ziel, der Wunsch sich zu beweisen, die Bestätigung durch erste Erfolge – verbunden mit dem Wissen um die eigene Leistungsfähigkeit und mit entsprechend hohen Ansprüche an sich selbst. Das Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse tritt in den Hintergrund. Persönliche innere Antreiber (zum Beispiel „Mache alles perfekt!“, „Erfülle alle Erwartungen!“, Zeige Stärke!“) verstärken das Empfinden von Druck und Stress. Erschöpfung und Verunsicherung stellen sich ein. Um den hart erarbeiteten positiven Eindruck möglichst lange zu bewahren, versuchen Betroffene erst einmal, diesen wenig erwünschten Zustand zu verbergen. Ihr Verhalten ist merklich nicht mehr authentisch. Gereiztheit und Konflikte sind oft die Folge.

Wie unterstütze ich bei Burnout?

Es ist wichtig, rechtzeitig zu erkennen, ob Sie sich auf dem Weg in ein Burnout befinden. Wir analysieren ihre aktuelle Situation und die individuellen inneren und äußeren Faktoren, die den dauerhaften Stress auslösen. Wer sich überlastet, hat in der Regel gute Gründe dafür - und dies gilt es zu würdigen. Wir begeben uns auf die Spur Ihrer persönlichen Bedürfnisse und Begrenzungen. Dazu gehört auch, Dinge loszulassen, die Sie nicht selbst beeinflussen können, und sich auf Ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu konzentrieren. Wir begeben uns außerdem auf die Spur ihrer inneren Kräfte, Ihrer Ressourcen und Potenziale. Denn diese sind ja nachweislich vorhanden und wurden in der Vergangenheit erfolgreich eingesetzt. Wir erarbeiten neue Strategien für den Alltag und suchen Wege, wie Körper und Psyche wieder zur Ruhe kommen können. Ich unterstütze Sie dabei, Entscheidungen zu treffen und Konsequenzen abzuwägen. Wenn Sie sich noch in Arbeit befinden, begleite ich Sie dabei, die gewünschten Veränderungen im Alltag einzuführen und zu erproben. Suchen Sie einen beruflichen Neustart, unterstütze ich Sie nicht zuletzt mit meiner langjährigen Erfahrung als Jobcoach.

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